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About Pink Floyd
Pink Floyd ist eine englische Rockband, die 1965 gegründet wurde. Mit ihrer Musik und der klanglichen und visuellen Gestaltung ihrer Platten und Bühnenauftritte lieferten sie, begleitet von großem kommerziellen Erfolg, einen bedeutenden Beitrag zur Entwicklung der Rockmusik. Weltweit wurden mehr als 200 Millionen Alben von Pink Floyd verkauft.
Unter der Regie des Sängers und Gitarristen Syd Barrett war die Band zunächst Teil der britischen Psychedelic-Rock-Bewegung. Nach dem drogenbedingten Ausstieg des Frontmanns entwickelten die verbleibenden Mitglieder einen Stil von hoher Eigenständigkeit mit Einflüssen aus Progressive Rock, Blues, Jazz und klassischer Musik. Mit dem Album Animals im Jahr 1977 begann Bassist Roger Waters, der zuvor vor allem für textliche und konzeptionelle Aspekte des Schaffens verantwortlich war, sich auch der musikalischen Gestaltung anzunehmen und entwickelte sich damit zum Bandleader. Zu einer Zäsur kam es 1985 mit seinem Ausstieg, nachdem er die Gruppe zunächst ergebnislos für aufgelöst erklärt hatte. Nach einigen Tourneen und zwei weiteren, von David Gilmour geprägten Alben fand 1994 und 1995 die vorerst letzte Konzerttournee von Pink Floyd statt.
Zu einer einmaligen Wiedervereinigung mit Roger Waters kam es am 2. Juli 2005 im Rahmen des karitativen Live-8-Konzerts in London. Gemäß Gilmour gibt es keinerlei Pläne hinsichtlich weiterer Auftritte oder Plattenaufnahmen als Pink Floyd, eine mögliche Wiederholung einer einmaligen Live-Reunion wie bei Live 8 schließt er allerdings nicht aus.
Geschichte
Die Wurzeln der Band gehen zurück auf die Schulzeit von Syd Barrett, Roger Waters und David Gilmour in Cambridge. Barrett und Waters besuchten das Hills Road Sixth Form College, Gilmour die Perse School in der gleichen Straße. Barrett und Gilmour trafen sich in den Mittagspausen zum Gitarrespielen und gaben vereinzelt Straßenkonzerte. Zu einer Bandgründung kam es allerdings noch nicht. 1963 ging Barrett nach London. Gilmour gründete die Band Joker's Wild und zog ab 1966 mit einer weiteren Band relativ erfolglos durch Spanien und Frankreich.
1965 bis 1968 1964 kam auch Waters nach London und lernte bei seinem Architekturstudium an der Polytechnischen Hochschule Nick Mason und Rick Wright kennen. Zusammen gründeten sie die Cover-Band Sigma 6 und interpretierten aktuelle Blues- und Beatsongs. Im selben Jahr änderten sie den Namen erst in The Tea-Set, später in The Architectural Abdabs und The Screaming Abdabs. Mitglied der Abdabs waren unter anderem auch der Gitarrist Bob Klose, der die Band kurz nach Syd Barretts Einstieg zugunsten einer Karriere als Fotograf verließ, sowie die Sängerin und spätere Ehefrau von Rick Wright Juliette Gale. Anfang 1966 kam Syd Barrett dazu, Roger Waters stieg nun von Gitarre auf Bass um. Barrett gab der Band den Namen The Pink Floyd Sound, abgeleitet von den Vornamen seiner beiden Lieblingsmusiker im Blues, Pink Anderson und Floyd Council. Im Anschluss wurde der Name schrittweise auf The Pink Floyd und schließlich zu Pink Floyd verkürzt. ]
Barrett war prägend für die frühen Jahre von Pink Floyd , gab die psychedelische Richtung vor und schrieb fast alle Stücke für das erste Album The Piper at the Gates of Dawn sowie die ersten drei Singles. Mit zunehmender Popularität der Band verschlechterte sich seine psychische Verfassung allmählich, verstärkt durch übermäßigen Drogenkonsum, was die Zusammenarbeit mit ihm zunehmend erschwerte. Deshalb wurde 1968 beschlossen, David Gilmour, dessen eigene Gruppe sich gerade auflöste, als weiteres Mitglied aufzunehmen. Dieser sollte Barrett bei Liveauftritten zunächst unterstützen und ersetzte ihn schließlich ganz. Barrett blieb als Songwriter vorerst erhalten, bis am 2. März 1968 die Entscheidung getroffen wurde, ohne ihn weiterzumachen. Auf dem Album A Saucerful of Secrets ist nur noch eine Komposition von Barrett enthalten. Seine restlichen Stücke aus dieser Zeit wurden 1970 auf zwei Soloalben eingespielt, zum Teil unter Mitwirkung der anderen Pink-Floyd-Mitglieder. Die Auseinandersetzung der restlichen Gruppe mit dem Abgang Barretts und seinen psychischen Problemen durchzieht das weitere Werk der Gruppe.
1968 bis 1970 Auftritte der Gruppe, vor allem im Londoner UFO-Club, hatten das Interesse von Filmregisseuren an der Musik Pink Floyds geweckt. In der Folgezeit erhielt die Band mehrere Aufträge zur Mitwirkung an Filmsoundtracks, so bei den Filmen Zabriskie Point und More. Die Plattenveröffentlichung zu Letzterem erfolgte fast gleichzeitig mit der des Doppelalbums Ummagumma, das eine experimentelle Studioplatte und einen Live-Teil umfasste.
Atom Heart Mother von 1970 war das erste Pink-Floyd-Album, das in Großbritannien den ersten Platz der Albumcharts erreichte. Neben drei folkbeeinflussten Songs enthielt es die 23-minütige Suite Atom Heart Mother, bei der ein Orchester und ein teilweise experimentell eingebrachter Chor zum Einsatz kamen, sowie die 13-minütige Soundcollage Alan's Psychedelic Breakfast. Der Nachfolger Meddle belegte Platz 3. Die zweite Seite der Schallplatte wurde vom 23 Minuten langen Echoes aufgefüllt, der mit seiner Mischung aus introvertierten Refrains und experimentellen Instrumentalteilen den Weg für das nachfolgende Konzeptalbum Dark Side of the Moon ebnen sollte. In den USA blieb der Erfolg zunächst aus, über Platz 55 kam man dort trotz gut besuchter und umfangreicher Tourneen nicht hinaus. Einen Achtungserfolg brachte ihnen dort der Filmsoundtrack Obscured by Clouds als ihr erstes Album ein, das in die amerikanischen Top 50 einstieg. Free Four, ein Song mit vergleichsweise schnellem Tempo, wurde öfter von US-amerikanischen Radiosendern gespielt als jede ihrer früheren Singles.
1971 bis 1975
In den folgenden Jahren wurde Pink Floyd zu einer der weltweit erfolgreichsten Rockbands. Dabei entwickelte sich Roger Waters immer mehr zum Bandleader und hauptsächlichen Songlieferanten. Bereits von 1973 an bis zu seinem Ausstieg Mitte der 1980er Jahre schrieb er alle Songtexte der Band. Auf seiner Idee basierte auch das erste Konzeptalbum der Gruppe, Dark Side of the Moon, das 1973 mit Kompositionen von allen vier Mitgliedern erschien und zu einem Klassiker der Rockmusik avancierte. Es war ihre erste Veröffentlichung mit durchschlagendem Erfolg in den USA, dokumentiert durch Platz 1 in den Charts und eine erfolgreiche Tour, die den Superstarstatus der Band zementierte. Das Album hielt sich von 1973 bis 1988 740 Wochen in den amerikanischen Billboard-Charts: Ein bis heute ungeschlagener Rekord.
Das Nachfolgewerk Wish You Were Here von 1975 war Syd Barrett gewidmet. Die Songs Wish You Were Here und Shine On You Crazy Diamond beziehen sich auf das Gründungsmitglied. Während der Studioarbeiten erhielt die Band Besuch vom psychotischen Barrett, der offenbar einen prägenden Eindruck bei seinen früheren Bandkollegen hinterließ. Rick Wright bezeichnete später Wish You Were Here als das beste Pink-Floyd-Album und den Song Shine On You Crazy Diamond als den besten Pink-Floyd-Song, an dem er auch heute noch nicht die kleinste Veränderung vornehmen würde. Die Nachfrage nach der Platte war enorm, allein in Großbritannien lagen 250.000 Vorbestellungen vor.
1976 bis 1985 Das Album Animals von 1977, bestehend aus drei 10- bis 17-Minütern und dem umrahmenden Akustikstück Pigs on the Wing, enthielt erstmals fast ausschließlich Songbeiträge von Roger Waters. Musikalisch rauher als die Vorgängeralben gehalten und mit sarkastischen Texten versehen wurde das Album trotz überzeugender Verkaufszahlen von Hörern und Kritikern teilweise weniger positiv aufgenommen als die direkten Vorgänger.
Das wohl ehrgeizigste und größte Projekt war die Konzeption des Albums The Wall im Jahr 1979. Die Aufnahmen markierten erste schwerwiegende Differenzen zwischen den Bandmitgliedern, vornehmlich Gilmour und Waters, über die Frage, wohin sich die Band entwickeln sollte. Waters setzte seine Linie alles in allem durch; bis auf wenige Ausnahmen stammten alle Songs von ihm allein: Gilmour war vor allem an Run like Hell und Comfortably Numb beteiligt, wobei Letzteres ursprünglich auf seinem Solo-Album erscheinen sollte. Wright, der sich auch als Musiker der Kritik der übrigen Bandkollegen ausgesetzt sah, verließ am Ende der Aufnahmen die Band. Zum Bruch kam es, nachdem sich Wright entschloss, im Herbst 1979 in Griechenland zu bleiben, anstatt an den letzten Sessions teilzunehmen. Waters überzeugte Gilmour daraufhin ihn zu entlassen. Obwohl offiziell nicht bekanntgegeben, wurde er aus der Floyd-Partnerschaft ausgezahlt und weitere von der Fertigstellung der diversen Wall-Projekte abhängige Honorare vereinbart. Nach Waters sei Wright zu ausgebrannt zum "Spielen" gewesen, und hätte Ezrin und dem Sessionmusiker Peter Wood die meisten Keyboardparts auf The Wall überlassen. Nach anderen Berichten wurde er von Waters aufgrund von Drogenproblemen entlassen. Wright meinte allerdings: "Roger und ich kamen nicht mehr miteinander zurecht. Egal, was ich machte, er war dagegen. Es war für mich unmöglich, mit ihm zu arbeiten."
Das Album gilt meist als das letzte „große“ Werk der Band. Es wurde 1982 von Alan Parker mit Bob Geldof in der Hauptrolle verfilmt, wobei sich die Musik im Film und auf dem Konzeptalbum in einigen Stücken und Gesangsparts voneinander unterscheiden. Das größtenteils von Roger Waters geschriebene Konzeptalbum trägt starke autobiografische Züge und beschreibt die zunehmende, durch starke Vereinnahmung der Mutter und den Verlust des Vaters begründete Vereinsamung eines Rocksängers. Eine aufwändige Bühnenshow umrahmte diesen Inhalt: Während der ersten Konzerthälfte wurde auf der Bühne eine Mauer errichtet, die die Entfremdung zwischen Band und Publikum symbolisieren sollte. In der zweiten Hälfte spielte die Band hinter der Mauer, auf der Vorderseite wurden verschiedene Clips projiziert. The Wall wurde nur an vier Orten live aufgeführt: in Los Angeles, New York, London und Dortmund (1981). 1990, kurz nach dem Fall der Berliner Mauer, führte Roger Waters The Wall noch einmal mit eigenen prominenten Gastmusikern auf dem Lenné-Dreieck in Berlin auf. Es wurde das bislang größte Konzert in der Geschichte der Rockmusik.
Das Album The Final Cut von 1983 stammt vollständig aus der Feder von Roger Waters und ist seinem Vater Eric Fletcher Waters gewidmet, der im Zweiten Weltkrieg fiel. Bezeichnenderweise enthält das Album, das kompositorisch eine Waters-Soloarbeit („written by Roger Waters, performed by Pink Floyd“ war, zahlreiche Songs, die die übrigen Musiker ursprünglich als „zu schwach“ abgelehnt hatten; auch die Reaktionen der Kritik waren insgesamt eher verhalten.
1987 bis 1995
1985 führten die Probleme zwischen Gilmour und dem Hauptsongwriter Waters schließlich zu dessen Trennung von der Band, die er daraufhin einseitig für aufgelöst erklärte. Eine lange juristische Auseinandersetzung um den Bandnamen folgte: Gilmour, dessen Soloprojekt unter eigenem Namen zuvor nur wenig Aufmerksamkeit erfahren hatte, und Mason wollten unter dem Namen Pink Floyd weitermachen. Noch während der Aufnahmen zum neuen Projekt A Momentary Lapse of Reason stieß auch Wright wieder hinzu, allerdings noch nicht als Vollmitglied, da Gilmour und Mason das Album finanziell allein getragen hatten. Das Album war letztlich eher ein Soloprojekt von Gilmour und stieß bei den Fans auf Begeisterung; bei den Kritikern war die Reaktion geteilt. Trotz der anhaltenden juristischen Auseinandersetzung mit Waters startete man am 9. September 1987 eine Welttournee. Das letzte Konzert dieser Tour fand am 15. Juli 1989 auf einer schwimmenden Insel vor dem Markusplatz in Venedig vor rund 200.000 Zuschauern statt. Die Streitigkeiten zwischen Waters und der verbliebenen Band endeten vorläufig mit einer Vereinbarung, in der die Rechte an den Alben, Songs und dem Bandnamen geregelt wurden.
Roger Waters tourte weiterhin mit namhaften Gastmusikern und schrieb eigenes Material. In seinem Liveprogramm griff er aber auch auf viele Pink-Floyd-Stücke zurück. Pink Floyd ohne Waters beschränkten sich lediglich darauf, gemäß einer Vereinbarung mit Waters nie mehr als drei Stücke von The Wall aufzuführen.
Seit The Division Bell aus dem Jahr 1994 ist Wright wieder Vollmitglied der Band. Es folgten eine anschließende Welttournee und das üppig verpackte Live-Album P.U.L.S.E von 1995. Allerdings war der kommerzielle Erfolg von The Division Bell sehr viel größer als die Zustimmung der Kritiker, die überwiegend einen künstlerischen Stillstand konstatierten. Seitdem ist kein neues Material mehr erschienen.
Jüngere Entwicklungen: 1995 bis heute
Pink Floyd wurden 1996 in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen.
2000 legte man das Doppelalbum Is there Anybody Out There?: The Wall Live 1980–1981, 2001 eine Best-of-Doppel-CD namens Echoes vor. Zu dieser Zeit gelangten erstmals Gerüchte an die Öffentlichkeit, denen zufolge sich Waters den übrigen drei Musikern langsam wieder annähere. Eine DVD-Version des Konzertes von 1971 im Amphitheater von Pompeji erschien 2003, ohne dass die Mitarbeit der Musiker gewünscht war. David Gilmour distanzierte sich später deutlich von der DVD.
Im Rahmen des Live-8-Events von Bob Geldof im Londoner Hyde Park traten Pink Floyd im Juli 2005 zusammen mit Roger Waters auf. Damit spielten Pink Floyd erstmals seit 1981 wieder in der Originalbesetzung aus der Zeit ihrer größten Erfolge zusammen und gaben Spekulationen um eine „Reunion-Tour“ oder gar ein neues Album neue Nahrung. Sie spielten Speak to me/Breathe/Breathe Reprise, Money, Wish You Were Here und Comfortably Numb. Bezüglich weiterer Auftritte wechselte David Gilmour in einer Reihe von Interviews anlässlich seiner jüngsten Solo-Tour mehrfach seine Meinung. Waters hingegen erklärte, ebenso wie Nick Mason, er sei sehr gern zu einer Zusammenarbeit bereit.
Am 7. Juli 2006 starb Syd Barrett im Alter von 60 Jahren. Bei einem Gedenkkonzert am 10. Mai 2007 traten neben Künstlern wie Chrissie Hynde und Damon Albarn auch Roger Waters und Pink Floyd auf, letztere jedoch getrennt voneinander. Waters spielte zum Ende der ersten Hälfte sein Stück „Flickering Flame“. Begleitet wurde er von Keyboarder Jon Carin, der bereits auf den Floyd-Tourneen zwischen 1987 und 1994, auf Waters' Solo-Konzerten in den Jahren 2000/2006/2007, bei Pink Floyds Live 8-Auftritt sowie bei Gilmours Tournee 2006 spielte. Gilmour, Wright und Mason spielten als letzte Künstler des Abends (vor dem Finale) „Arnold Layne“. Eigentlich hätte Waters in der zweiten Hälfte des Konzerts noch „Shine On You Crazy Diamond“ spielen sollen; er war jedoch in der Pause gegangen und deshalb auch beim Finale nicht mehr dabei.
Bedingt durch die Veröffentlichung des Konzertmitschnitts der P.U.L.S.E-Tour auf DVD stieg das gleichnamige Live-Album von 1995 am 24. Juli 2006 nach über elf Jahren erneut auf Platz 1 in die Deutschen Verkaufscharts von Media Control ein.
Aufgrund dieser Platzierung ist Pink Floyd mit P.U.L.S.E mit dem Echo 2007 ( deutscher Musikpreis) ausgezeichnet worden  2007 erschien zum vierzigjährigen Jubiläum der Erstveröffentlichung des Albums The Piper at the Gates of Dawn ein limitiertes 3CD-Boxset mit der Stereo- und Monoabmischung des Albums und zusätzlich den drei Singles aus dem Jahr 1967 sowie zuvor unveröffentlichten Alternativversionen von Songs des Albums. Am 15. September 2008 starb Pink Floyd-Mitbegründer Richard Wright im Alter von 65 Jahren an Krebs. Damit sind die Hoffnungen der Fans auf eine Wiedervereinigung in der Besetzung nach 1968 endgültig zerstört. David Gilmour würdigte Wright auf seiner Website mit einem emotionalen Nachruf, in dem er ihn als ruhigen und bescheidenen Menschen sowie als wichtigen Freund und Teil seiner musikalischen Laufbahn bezeichnet.
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